Coronakrise überlagert alles -Stahlmarkt-Brief Nr. 2/2020

14.04.2020
Seit März befinden sich Stahl- und Rohstoffmärkte weltweit im festen Griff der Corona-Krise. Sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette und weltweit schockartige Entwicklungen zu verkraften. Nachfrageseitig sind in der EU durch den Stillstand in der Automobilindustrie vor allem Flachstahl und Spezial-Langprodukte betroffen. Die Nachfrage nach baunahen Langprodukten steht vergleichsweise besser da. Als Reaktion auf die wegbrechende Nachfrage oder aufgrund behördlicher Verfügungen ist auch die Erzeugung an vielen Stellen eingeschränkt.

Am deutschen Spotmarkt halten sich die preisseitigen Auswirkungen bisher in Grenzen. Der zuvor sichtbare Anstieg der Flachstahlpreise ist im März ausgelaufen. Die Preise für baunahe Langprodukte blieben im Quartalsverlauf ebenso weitgehend stabil wie die Grundpreise für Rostfrei-Erzeugnisse. Allerdings sind die Spotmarkt-Aktivitäten in den letzten Tagen in einem Maße zurückgegangen, das es in vielen Fällen kaum noch möglich macht, verlässliche Marktpreise auf einer breiteren Basis zu ermitteln.

Am Weltmarkt sind seit Mitte Märze teilweise sehr kräftige Preisrückgänge zu verzeichnen. In vielen Regionen haben die Exportpreise Mehrjahrestiefs erreicht. Dabei spielt die Abwertung vieler Währungen eine wichtige Rolle. In China kommt zwar die Industrieproduktion wieder in Gang, auf dem Stahlmarkt lasten aber hohe Bestände. In den USA hat sich der schon seit Februar sichtbare Abwärtstrend verstärkt. Die Einschränkungen der Stahlproduktion fallen je nach Land unterschiedlich aus

Im Gegensatz zu vielen anderen Rohstoffen zeigten sich die Preise für Eisenerz und Kokskohle bisher noch relativ robust. Damit blieben die Rohstoffkosten der Hochofenroute auf relativ hohem Niveau. Aktuell sind aber Schwächetendenzen zu beobachten. Die Preise am internationalen Schrottmarkt sind in der zweiten Märzhälfte abgestürzt, scheinen sich aber aktuell wieder etwas zu erholen. Bei allen Rohstoffen kommt es zu Einschränkungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite.

Auch wenn keinerlei Erfahrungswerte für die jetzige Situation vorliegen, spricht einiges dafür, dass in der EU jedenfalls die Flachstahlpreise in den kommenden Monaten spürbar sinken werden. Es ist nicht vorhersehbar, in welcher Geschwindigkeit und in welchem Ausmaß dies geschehen wird. Bei baunahen Langprodukten sind die Nachfragerückgänge wesentlich weniger dramatisch und die Einschränkungen der Produktion scheinen gerade in Südeuropa zu einem wesentlich größeren Teil verordnet als selbstbestimmt. Wenn zudem, wie zum Beispiel bei Betonstahl, gleichzeitig die zollfreien Importkontingente der EU-Schutzmaßnahmen ausgeschöpft sind, können daraus Angebotsengpässe entstehen.

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