Der im April veröffentlichte „Short Range Outlook“ des Weltstahlverbandes enthält eine in der Berichterstattung wenig beachtete Information: Der Stahlverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 10,3% gestiegen. Eine Zahl, die angesichts der zahlreichen Negativmeldungen aus der Branche aufhorchen lässt, aber nur schwer mit anderen Daten in Einklang zu bringen ist. Eine Spurensuche bringt zwar einige Antworten, wichtige Fragen bleiben aber offen.
Stahlmarkt Consult Blog
Die Kombination aus CBAM, neuen EU-Schutzmaßnahmen und Nahost-Krise stellt für EU-Importeure ein toxisches Gemisch dar. Die EU scheint das Handeln unter ständiger regulatorischer Unsicherheit zum neuen Standard zu machen. Einbrechende Importbuchungen führen zu weniger Wettbewerb und steigenden Preisen am Stahlmarkt der EU. Die Auswirkungen der versiegenden Importe werden mehr und mehr sichtbar werden.
Nachdem die EU-Kommission am 17. Dezember die zentralen Parameter zur Umsetzung des Europäischen CO2-Grenzausgleichs CBAM endlich veröffentlicht hat, stehen zwei Dinge fest: Die Erwartungen für die anfallenden CBAM-Kosten müssen nach oben korrigiert werden und Drittlandhersteller werden gegenüber EU-Herstellern in einer Reihe von Punkten erheblich benachteiligt. Dies wird die Stahlpreise in der EU steigen lassen.
