Der am 7. Oktober präsentierte Vorschlag der EU-Kommission für eine drastische Reduzierung der Drittlandimporte ab 2026 ist das Top-Thema am Stahlmarkt. Während Stahlhersteller Beifall spenden, sind viele Stahlverarbeiter geschockt. Die unterschiedlichen Reaktionen sind nachvollziehbar, denn bei einer vollständigen Umsetzung würden die Karten am Stahlmarkt neu gemischt. Die dafür vorgetragenen Gründe können nicht überzeugen. Die massive Beschneidung der Importmöglichkeiten ist nicht ausgewogen und birgt für Stahlverbraucher in der EU enorme Risiken. Der Vorschlag ist nicht ausgewogen und muss geändert werden.
Stahlmarkt Consult Blog
Zahlreiche Krisenmeldungen aus der Stahlindustrie verdecken ein wenig, dass es für die Branche auch einige Lichtblicke gibt. So ist die deutsche Erzeugung im vergangenen Jahr gestiegen und schlägt sich auch im Mehrjahresvergleich besser als die Abnehmerbranchen. Der Stahlverbrauch hat im Jahr 2024 nicht ganz so schlecht abgeschnitten wie noch im Herbst befürchtet. Und die deutsche Außenhandelsbilanz steht so gut da wie lange nicht mehr. Die Lage der deutschen Stahlindustrie ist nicht so schlecht, wie sie in der öffentlichen Krisenkommunikation oft gemacht wird. Nötig sind nicht weitere einseitige Schutzmaßnahmen zu Lasten der Verbraucher, sondern bessere Standortbedingungen für die ganze Breite der Industrie.
